Ein verstopfter Abfluss ist eines dieser Probleme im Haushalt, die immer im ungünstigsten Moment auftreten. Viele Menschen greifen reflexartig zu Backpulver oder aggressiven Mitteln aus dem Laden. Aus chemischer Sicht ist jedoch ein anderes weißes Pulver wesentlich wirksamer, das schneller, gezielter und sicherer für die Rohre wirkt.
Warum Backpulver bei verstopften Abflüssen oft versagt

In polnischen Küchen und Badezimmern dominieren drei Arten von Ablagerungen:
- Küchenfette, die nach dem Abkühlen aushärten und an den Rohrwänden haften bleiben,
- Kalkablagerungen aus hartem Wasser,
- organische Rückstände (Seife, Haare, Lebensmittel), die einen klebrigen Biofilm bilden.
Eine Verstopfung ist selten homogen. Meistens handelt es sich um eine Mischung aus Fett und Kalk, weshalb alkalische Mittel (wie Soda) nicht immer so wirken, wie es im Internet versprochen wird.
Der Biofilm in den Rohren kann sich innerhalb weniger Stunden wieder aufbauen. Regelmäßige, schonende Reinigung wirkt besser als seltene „Angriffe” mit starken Chemikalien.
Dieses weiße Pulver gelangt genau an die Quelle der Verstopfung
In solchen Fällen eignet sich Zitronensäure hervorragend. Es handelt sich um eine schwache organische Säure, die:
- Kalziumkarbonat (Kalk) auflöst,
- den pH-Wert der Umgebung senkt und so den Biofilm schwächt,
- hilft, verhärtete Fettablagerungen aufzulösen.
Was passiert im Rohr, nachdem es mit kochendem Wasser übergossen wurde?
Wärme ist entscheidend. Kochendes Wasser erhöht die Löslichkeit von Ablagerungen und beschleunigt chemische Reaktionen. Wenn ich Zitronensäure in den Abfluss schütte und mit heißem Wasser übergieße, kommt es zu einer Reaktion mit dem Kalk, während gleichzeitig das Fett weich wird und sich von den Rohrwänden löst. Deshalb ist der Effekt oft fast sofort sichtbar.
Wie man einfüllt und übergießt, ohne die Situation zu verschlimmern
- Geben Sie 2 Esslöffel Zitronensäure direkt in den Abfluss.
- Warten Sie 2–3 Minuten, bis das Pulver den Ablagerungen erreicht hat.
- Gießen Sie langsam ca. 1 Liter kochendes Wasser hinzu.
- Spülen Sie 10–15 Minuten lang nicht mit kaltem Wasser nach.
Bei stärkeren Verstopfungen kann der Vorgang wiederholt werden.
Wann sollte man den Vorgang wiederholen und wann sollte man den Abfluss in Ruhe lassen?

Zur Vorbeugung reicht es aus, dies einmal alle 1–2 Wochen zu tun. Wenn der Abfluss häufig unangenehm riecht oder das Wasser nur langsam abfließt, kann man einen Esslöffel Kochsalz hinzufügen. Dies verbessert das mechanische Ablösen der Ablagerungen, ersetzt jedoch nicht die Zitronensäure.
Womit darf Säure NICHT kombiniert werden?
- Nicht mit starken Basen (z. B. Rohrreinigern) mischen – die Neutralisationsreaktion hebt die Wirkung auf.
- Nicht mit Chlorbleiche kombinieren – dies ist chemisch gefährlich.
- Nicht in Anlagen mit Aluminium verwenden (selten, kommt aber in älteren Systemen vor).
Warum ist es sicherer als „Kanalreiniger”?
Gängige Rohrreiniger enthalten Natrium- oder Kaliumhydroxide. Sie wirken aggressiv, aber:
- sie beschleunigen die Korrosion alter Metallrohre,
- sie können Kunststoffe verformen,
- sie sind gefährlich für die Haut und die Atemwege.
Zitronensäure ist mild, biologisch abbaubar und wird häufig in der Lebensmittelindustrie verwendet.
