Eine dünne Aluminiumfolie in die Brieftasche zu stecken, klingt wie ein alter Trick, weist aber auf ein sehr aktuelles Problem hin: dass eine kontaktlose Karte gelesen wird, ohne sie bewusst zu benutzen – etwa zwischen Drehkreuzen, an Eingängen oder in Warteschlangen mit mehreren Kartenterminals in der Nähe. Es geht nicht darum, sich das Leben schwer zu machen, sondern zu verstehen, was plausibel ist und was nicht. Denn der Unterschied zwischen „blockiert“ und „nicht blockiert“ kann von einem winzigen Detail abhängen. Wer versteht, wie das Signal funktioniert, welche Rolle Metall spielt und wo die Grenzen liegen, vermeidet Frust – etwa wenn eine Zahlung fehlschlägt oder die Brieftasche zu nah an ein Lesegerät gerät.
Warum Aluminium zu einem beliebten „Pflaster“ geworden ist

Der Trick wird vor allem an Orten genutzt, an denen man dicht an Lesegeräten vorbeigeht: in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Veranstaltungseingängen oder an Kassen mit mehreren Terminals. Mit der Verbreitung des kontaktlosen Bezahlens sind auch Geschichten über versehentliche Lesungen oder unerwünschte Scanversuche aufgekommen. Selbst wenn viele dieser Anekdoten ohne technische Einordnung erzählt werden, ist die Attraktivität des Tricks nachvollziehbar: Aluminium ist leicht verfügbar, wiegt kaum etwas und vermittelt das Gefühl, schnell eine Barriere zu schaffen. Dieses Gefühl von Kontrolle kann in überfüllten Räumen beruhigen – auch wenn es nicht immer exakt dem entspricht, was technisch tatsächlich passiert.
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Was mit dem Signal passiert: NFC und der „Käfig-Effekt“
Die meisten kontaktlosen Zahlungen nutzen NFC (Near Field Communication), das mit 13,56 MHz arbeitet und für sehr kurze Distanzen ausgelegt ist – in der Regel etwa 3 bis 5 Zentimeter unter normalen Bedingungen. Aluminium kann als leitfähiges Material einen Teil des elektromagnetischen Feldes reflektieren oder absorbieren und so das Auslesen erschweren. Häufig ist vom Faraday-Käfig die Rede, doch ein echter Käfig funktioniert nur dann zuverlässig, wenn das zu schützende Objekt vollständig umschlossen ist und kaum Öffnungen hat. In einer Brieftasche sind jedoch Schlitze, Nähte und Falten entscheidend: Eine kleine Lücke oder eine lockere Falte kann bereits darüber entscheiden, ob eine Karte blockiert ist oder noch gelesen werden kann.
Was man im Alltag bemerkt – und was nicht

In der Praxis werden Aluminiumfolien vor allem mit drei Effekten in Verbindung gebracht: Sie können zufällige Lesungen reduzieren, wenn die Brieftasche sehr nah an ein Terminal kommt, sie können helfen, Kollisionen zwischen mehreren kontaktlosen Karten zu vermeiden, und sie können in stark frequentierten Umgebungen für ein Gefühl von mehr Diskretion sorgen. Dem stehen jedoch klare Nachteile gegenüber: Aluminium knittert schnell, verrutscht leicht und reißt. Scharfe Kanten können mit der Zeit die Brieftasche ausbeulen oder den Kunststoff der Karten beschädigen. Zudem ersetzt diese improvisierte Lösung keine der Sicherheitsmaßnahmen, die von Banken oder Kartenanbietern vorgesehen sind.
Vorhersehbarere Alternativen und eine einfache Schlussfolgerung
Wer ein zuverlässigeres und konsistenteres Ergebnis möchte, fährt in der Regel besser mit speziell entwickelten Lösungen. Dazu zählen Hüllen oder Brieftaschen mit integriertem RFID-Schutz, die ihre Blockierwirkung behalten, ohne sich zu verformen. Auch digitale Wallets mit Tokenisierung – bei denen nicht die echte Kartennummer, sondern eine einmalige Kennung übertragen wird – erhöhen die Sicherheit. Schließlich hilft eine einfache Organisation der Brieftasche: Nur die Karte griffbereit halten, die man tatsächlich benutzen möchte.
Unterm Strich ist die Erkenntnis simpel: Aluminiumfolie kann in manchen Situationen helfen, doch echte Vorhersehbarkeit und Alltagstauglichkeit erreicht man mit Lösungen, die genau dafür entwickelt wurden – und mit etwas Ordnung im Portemonnaie.
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